1156

850 Jahre 
Sanspareil / Zwernitz

2006

     
 

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von: Rainer Friedmann


Folgender Bericht: Bayerische Rundschau vom 4./5. März 2006   

Text: Peter Müller

Prägt den Ort Sanspareil: Die Burg Zwernitz, deren 850-jähriges Bestehen heuer gefeiert wird. Im Vordergrund der pilzartige Zschokkefelsen, der nach dem Dichter Johann Heinrich Daniel Zschokke benannt ist.

Einige Sehenswürdigkeiten der Burg Zwernitz:

Der Waffengang, in dem neben kleinen Kanonen verschiedene Hieb- und Stichwaffen des 16. bis 18. Jahrhunderts sowie eine mit Eisenblech verkleidete und beschlagene Geldtruhe ausgestellt sind. Von hier aus gelangt der Besucher in den kleinen, aber stimmungsvollen Schönhof. 

Gut erhalten ist das Mobiliar aus dem 17. und 18. Jahrhundert

In der Zehentscheune, die malerisch auf der weit überhängenden Ostklippe des Burgfelsens steht, befand sich das so genannte "Pfennigstüblein" - das Gefängnis für gefallene, markgräfliche Beamte. In den kleinen, Finsteren Zellen stehen Holzpritschen, in den Wänden sind Ketten eingelassen.


Burg Zwernitz  
(Quelle: Bayrische Rundschau vom 4./5. März 2006   Text: Peter Müller)

  Ihr Name wurde 1156 zum ersten Mal in einer Urkunde genannt. Damals gehörte die Burg Friedrich und Uodalrich de Zvernze aus dem Geschlecht der Walpoten. Wie lange sie in den Händen dieser alten oberfränkischen Familie war, ist nicht genau überliefert; fest steht aber, dass sie 1260 bereits im Besitz der Grafen von Orlamünde war, die zuvor auch die Plassenburg von den Meraniern erworben hatten.

 

Beide Anlagen kamen dann an die Burggrafen von Nürnberg aus dem Hause Hohenzollern, in deren Besitz sie so lange blieben, bis die Markgrafschaft Kulm­bach-Bayreuth 1810 an Bayern fiel. Anders als die Plassenburg, die zur Residenz und bedeutendsten Festung des markgräflichen Oberlandes aufstieg, wurde Zwernitz alsbald verpfändet und zumeist von Vögten und Amtmännern verwaltet. Natürlich war sie auch von großen geschichtlichen Ereignissen betroffen. Blieb die Burg 1430 noch von den Hussiten verschont, wurde sie anderthalb Jahrhunderte später im Markgräfler Krieg am 21. Juni 1553 von den Nürnbergern eingenommen und niedergebrannt.

 

1634, im Dreißigjährigen Krieg, wurde die Zwernitz zum zweiten Mal durch Feuer vernichtet. Allen Zerstörungen zum Trotz sind bis heute wesentliche Teile des mittelalterlichen Baues erhalten geblieben. So stammen Stücke der Ringmauern, vor allem aber das prachtvolle Buckelquadermauerwerk des Bergfrieds und des Archivbaus, in der Hauptsache aus der Zeit um 1200 und somit noch von den Walpoten. Wie der so genannte Kapellenbau, ein Fachwerkgebäude mit Spitzbogenfenstern, ist auch der Hirschkopfbau am Westrand der Niederburg in nachmittelalterlicher Zeit unter Verwendung der Ringmauer erneuert worden.  

 

Quellen:  Bayrische Rundschau vom 4./5. März 2006              Text: Peter Müller    Fotos: Gabriele Hänseler