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Die Hussiten / Der
Hussitenkrieg |
| 1370 |
Der Name Hussiten
geht auf den tschechischen Reformator Jan Hus zurück.
Dieser kritisierte den Reichtum der Kirche und ließ einzig die Bibel als
gültig für Glaubensfragen gelten, er erkannte die Unfehlbarkeit des
Papstes nicht an. Auch Martin Luther wurde von ihm beeinflusst. |
| 1415 |
Auf dem Konstanzer
Konzil wurde Jan Hus trotz der Zusage freien Geleits zum Tode verurteilt und am
6.7.1415 verbrannt. Das Konstanzer Urteil gegen Jan Hus wurde von
der Bevölkerung Böhmens nicht anerkannt. 452 böhmische Adlige sandten im September einen feierlichen
Protest an das Konstanzer Konzil und schlossen miteinander ein Bündnis.
Auch in der Bevölkerung löste die Hinrichtung heftige Proteste aus, in
deren Folge die böhmische Freiheitsbewegung entstand, die die
wesentlichen Ziele von Jan Hus übernahm. Man war sich einig, die freie
Predigt des Wortes Gottes zu schützen und Verordnungen der Bischöfe und
des Papstes nur insoweit anzuerkennen, als sie mit der Bibel übereinstimmten. |
| 1419 |
Der böhmische König Wenzel
versuchte nach der Verbrennung von
Jan Hus 1415 die empörten, teilweise adeligen hussitischen Anhänger aus Staatsämtern auszuschließen.
Dies führte zu einem Aufstand. Dabei kam es am 30. Juni 1419 zum ersten
Prager Fenstersturz, bei dem Hussiten das Rathaus stürmten und einige
Ratsherrn aus dem Fenster warfen. Nach dem Tod von König Wenzel im August
1419 wollten die Hussiten seinen Bruder Sigismund nicht als König anerkennen,
da er das seinerzeit dem Jan Hus versprochene sichere Geleit nicht eingehalten
hatte; er galt geradezu als dessen Mörder. In den Tagen nach dem Tode
Wenzels unterwarfen hussitische Volksmassen in Prag Kirchen und Klöster
gewaltsam der Kelchkommunion oder zerstörten und verbrannten sie. Die Gräuel
dauerten mehrere Wochen. |
| 1430 |
1430 wütete der Krieg in auch in Oberfranken. In zahllosen Kämpfen
verwüsteten die Hussiten u.a. auch Kulmbach (die Petrikirche geht in Flammen auf)
und Kasendorf ("bis auf gar wenige Häuslein"). Auch vor
Zwernitz lagerten die Hussiten, als der Brandenburger Kurfürst und
Markgraf Friedrich (vom Kaiser zum Heerführer gegen die Hussiten ernannt)
seinem Gegner den Hussitenführer Prokop ein Waffenstillstandsangebot
unterbreitet. Der Vertrag wird am 6.März 1430 auf der Burg Zwernitz geschlossen.
Gegen Überlassung einer Brandschatzungssumme wird der Rückzug der Feinde
und somit die Befreiung der oberfränkischen Gegend erkauft. Die Zahlung
wurde jedoch wieder als sog. Hussitensteuer von der Bevölkerung
eingetrieben. |
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