|
Ludwig
der Bayer erlaubte 1323 dem Burggrafen Friedrich IV von Nürnberg
sein Dorf Wonsees zu befestigen und mit Marktrecht zu begaben.
Abdrucke
von Wappensiegeln sind aber erst seit dem 16. Jahrhundert
bekannt. Das älteste mit der Umschrift DES MARCKTS WUNSEES SIEGEL
zeigt im Renaissanceschild das heutige Wappen. Die hübsche Zeichnung
für „Wunigses" von 1581 ist dem Schildinhalt nach gleichlautend
und stellt den Großbuchstaben W schwarz in Gold. Nach ihr richtete
sich die Abbildung im Wappenkalender von Reiß 1767. Die Vierung aus
dem
zollerischen Stammwappen bezieht sich auf die Ortsherrschaft. Der Anfangsbuchstabe
des Ortsnamens soll, wie es auch bei anderen Gemeindewappen
in den ehemaligen Fürstentümern der Zollern in Franken zu beobachten
ist, ein Unterscheidungszeichen bilden.
Anlässlich
der heraldischen
Bestandsaufnahme in den Jahren 1811 bis 1819 wurde Wonsees in
den Berichten überhaupt nicht genannt, so dass ein schon früherer
Verzicht
auf die Wappenführung anzunehmen ist. 1836 gab jedoch die Regierung
des Obermainkreises an, dass der Markt zwar in die Klasse der Landgemeinden
zurückgetreten sei, das althergebrachte Wappen aber wieder zu
führen wünsche. Daraufhin verwies das Staatsministerium des Innern
auf die generelle königliche Genehmigung der
Wiederverwendung alter Wappen vom 3. Februar 1836. Im 19.
Jahrhundert benutzte der Markt trotzdem
nur ein Schriftsiegel. Den einzigen Wappennachweis aus dieser Zeit
bringt Götz 1898. Hupps Abbildung, die in Unkenntnis der farbigen Zeichnung
von 1581 die Buchstaben blau in Silber wiedergibt, diente als Vorlage
für das Dienstsiegel von 1938. An dieses knüpfte neuerdings die ministerielle
Bestätigung an. |