Aktuelle Nachrichten
Zschokke-Felsen wieder sichtbar gemacht

Der Blick vom freigeschnittenen Zschokke-Felsen eröffnet erneut eine markante Perspektive auf die Burg Zwernitz. Die eindrucksvolle Felsformation zählt – gemeinsam mit dem Felsengarten und der Burganlage – zu den prägenden Landschaftselementen der Umgebung von Sanspareil. Die beiden auffälligen Felstürme aus Schwammkalk gelten nicht nur als geologisches Geotop, sondern stehen zugleich als Naturdenkmal unter besonderem Schutz.
Jahrelang hinter Gehölz verborgen
Lange Zeit war von der charakteristischen Formation allerdings kaum etwas zu erkennen. Dichtes Buschwerk und aufgewachsene Bäume hatten die Felsen nahezu vollständig verdeckt. Inmitten der landwirtschaftlich genutzten Flächen wirkte der Ort zuletzt eher wie eine unscheinbare Gehölzgruppe. Erst durch gezielte Pflegemaßnahmen – darunter das Zurückschneiden von Schlehe, Hasel, Feldahorn, Weißdorn und Wildrosen – tritt die markante Doppelstruktur der Felsen nun wieder deutlich hervor.
Pflegeeinsatz regionaler Landwirte
Mit der Freistellung beauftragte der Landschaftspflegeverband des Landkreises Kulmbach ortsansässige Landwirte. Sie entfernten nicht nur einen Großteil der überwuchernden Sträucher, sondern beseitigten auch weite Teile des Efeus, der sich über die Felsflächen gelegt hatte. Dadurch konnte das Naturdenkmal wieder freigelegt und zugleich fachgerecht gesichert werden.
Verbesserte Bedingungen für seltene Pflanzen
Die Maßnahme dient nicht allein der Wiederherstellung des Landschaftsbildes. Auch ökologisch bringt sie Vorteile: Licht- und wärmeliebende Arten der Kalkmagerrasen sowie typische Pflanzen der Felspioniergesellschaften erhalten wieder bessere Wachstumsbedingungen. Dazu zählen unter anderem die Küchenschelle, der wohlriechende Schöterich und der Fransenenzian, die auf offene, nährstoffarme Standorte angewiesen sind.
Naturschutz schließt Klettern aus
Die auffälligen Felstürme aus dem Oberjura üben zwar eine gewisse Anziehungskraft auf Kletterer aus. Innerhalb des ausgewiesenen Naturdenkmals bleibt das Klettern jedoch untersagt. Der Schutz empfindlicher Pflanzen und Lebensräume hat in diesem Bereich Vorrang.
Historischer Namensgeber
Seine heutige Bezeichnung verdankt der Felsen dem deutsch-schweizerischen Schriftsteller und Pädagogen Heinrich Zschokke (1771–1848). Die Namensgebung erfolgte im 19. Jahrhundert – einer Zeit, in der landschaftliche Besonderheiten häufig nach Dichtern oder Philosophen benannt wurden. Nach Ansicht von Wonsees’ Bürgermeister Andreas Pöhner und dem Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes, Klaus Schaumberg, wäre es durchaus überlegenswert, diese Tradition wieder stärker aufzugreifen.